Hat Pro­dukt­in­no­va­ti­on auch etwas mit dem Marken-Management zu tun?!

Marke erfüllt in Inno­va­ti­ons­pro­zes­sen eine andere Funk­ti­on als in der klas­si­schen Kommunikation. Sie ist kein Ver­stär­ker, son­dern ein Ord­nungs­prin­zip.

Lese­dau­er 5 min.

Pro­dukt­in­no­va­ti­on wird häufig als Fort­schritt in Funk­tio­nen, Technologie oder Per­for­mance beschrie­ben. In vielen Unter­neh­men ist sie orga­ni­sa­to­risch dort ver­an­kert, wo Entwicklung, For­schung oder Engi­nee­ring ange­sie­delt sind. Aus Sicht einer Design- und Markenagentur greift dieses Ver­ständ­nis für uns viel zu kurz.

Allei­ne schon das Vor­ur­teil, dass Pro­dukt­in­no­va­tio­nen immer etwas mit Technologie zu tun haben müssen, ist schon bezeich­nend. 

Die bru­ta­le Wahr­heit: Innovation schei­tert selten an einer guten Idee – son­dern daran, dass sie keinen strategischen Ort im Unter­neh­men hat. Genau hier beginnt Mar­ken­ma­nage­ment, denn wir würden Innovation und Mar­ke­ting nicht so tren­nen, wie es man­cher­orts pas­siert.

Pro­dukt­in­no­va­ti­on braucht mehr als gute Ideen

Inno­va­ti­ons­pro­jek­te ent­ste­hen oft aus einem kon­kre­ten Anlass: neuer Wett­be­werb, tech­no­lo­gi­sche Mög­lich­kei­ten, ver­än­der­te Kun­den­wün­sche oder ganz einfach, weil sich die Welt wei­ter­dreht. Der Fokus liegt auf der Lösung – weni­ger auf dem über­ge­ord­ne­ten Zusam­men­hang. Klingt nach Prag­ma­tis­mus? Ist aber Pro­dukt­cha­os mit Ansage.

  • Inno­va­tio­nen stehen neben­ein­an­der, statt auf­ein­an­der auf­zu­bau­en

  • Pro­duk­te ent­wi­ckeln sich schnel­ler als die Marke

  • Klar­heit übert die Aus­rich­tung geht mit jedem neuen Pro­jekt ein Stück ver­lo­ren

Innovation wird damit reak­tiv statt rich­tungs­ge­bend. Schnell, teuer, plan­los – und am Ende fragt sich jeder: Wofür stand das noch­mal?

Innovation braucht strategischen Raum, der gerne auch mit dem Mar­ke­ting ein­her­ge­hen kann.

Wie wäre es also, Mar­ken­ma­nage­ment nicht als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­stru­ment, son­dern als Ord­nungs­prin­zip zu ver­ste­hen? In Inno­va­ti­ons­pro­zes­sen über­nimmt es eine grund­le­gend andere Funk­ti­on: Es schafft Ori­en­tie­rung, wo Pro­dukt­ent­wick­lung allein an Gren­zen stößt.

Stel­len Sie sich vor, Ihr Mar­ken­ma­nage­ment beant­wor­tet diese Fragen:

  • In welche Rich­tung dürfen wir inno­vie­ren – und in welche nicht?

  • Welche Art von Neue­rung passt zu uns?

  • Was macht Innovation bei uns erkenn­bar – auch über Jahre hinweg?

  • Für wen inno­vie­ren wir eigent­lich? Für uns oder für den Kunden?

  • Wer wird die Innovation dan­kend anneh­men und dafür seinen Preis bezah­len?

  • Und so weiter und so fort.

So ent­steht ein stra­te­gi­scher Mög­lich­keits­raum, in dem Innovation aus dem Kern der Marke heraus ent­ste­hen kann, ohne belie­big zu werden.

Design als Struk­tur­ge­ber für Innovation

Design ist z.B. in Inno­va­ti­ons­pro­zes­sen kein nach­ge­la­ger­ter Gestal­tungs­schritt, son­dern ein ope­ra­ti­ves Werk­zeug (Apple hat es uns vor­ge­macht).

Es bringt stra­te­gi­sche Prin­zi­pi­en in Form und die Innovation wird zur Funk­tio­na­li­tät im realen Raum. Design ordnet Funk­tio­nen, Prio­ri­tä­ten und Nut­zer­logi­ken, denkt ein­zel­ne Lösun­gen als Teil eines grö­ße­ren Sys­tems und sorgt dafür, dass Innovation wie­der­hol­bar und ska­lier­bar wird. So ver­bin­det Design stra­te­gi­sches Mar­ken­ma­nage­ment mit kon­kre­ter Pro­dukt­rea­li­tät.

Fehlt die mar­ken­stra­te­gi­sche Klam­mer, blei­ben Inno­va­ti­ons­pro­jek­te oft iso­liert. Ein­zel­ne Pro­duk­te können kurz­fris­tig erfolgreich sein, ent­wi­ckeln sich lang­fris­tig jedoch aus­ein­an­der. Für Kunden ent­steht keine erkenn­ba­re Inno­va­ti­ons­lo­gik, jede Neue­rung muss neu begrün­det werden und kostet einfach zu viel Geld am Ende des Abends. Innovation wird so zum Pro­jekt – nicht zur Fähig­keit, die kon­se­quent aus dem Mar­ken­kern heraus ent­steht.

Fazit

Um Inno­va­ti­ons­pro­jek­te struk­tu­rell ein­zu­ord­nen, hilft ein redu­zier­tes Modell:

1. Rich­tung
Wer wird diese Innovation kaufen?

2. Prinzip
Passt die Pro­dukt­in­no­va­ti­on in unser Port­fo­lio?

3. Pro­dukt
Wie müssen wir auf­tre­ten, damit die Pro­dukt­in­no­va­ti­on ist ver­pufft?

Nicht jede Pro­dukt­in­no­va­ti­on muss von einem Tech-Gigan­ten kommen, denn auch wir hier haben die eine oder andere Inno­va­tions-Schmie­de, die sich sehen lassen kann.

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Ein Mann mit dunklen Haaren und einem Bart, der ein weißes Hemd und eine dunkle Jacke trägt, lächelt vor einem blaugrünen Hintergrund. Das Foto ist in einem kreisförmigen Rahmen ausgeschnitten.

Maximilian Kratzer

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