Juliane, Marion und Max waren gemeinsam für eine Woche in Austin, um bei der South by Southwest, die größte Digitalkonferenz und Festival neue Inspirationen und Impulse zu sammeln. Während im letzten Jahr noch Crypto und NFT im Zentrum des Interactive-Teils standen (ansonsten gibt es noch die Gebiete Film & TV sowie Musik), waren dieses Jahr zahlreiche Themen rund um digitale Identitäten, Metaverse und Web3 sowie Gemeinwohl und der Mensch im Fokus.
Austin – Live music capital of the world
Die Positionierung der Stadt Austin in Texas ist klar. Die selbsternannte Hauptstadt der Live Musik steht für Entertainment, für Musik, für laut, für bunt, für schrill. Laut und schrill war es in jedem Fall, wobei viele Straßen auch verkehrsberuhigt wurden, um die Menschenströme zu verteilen. Das ist auch gelungen. Größere Klumpen gab es tatsächlich nicht. Dafür aber das altbekannte Bild langer Menschenschlangen vor manchen Venues, in denen es große Talks und Keynotes gab. Zum Ende unseres Aufenthaltes hat auch das musikalische Programm immer weiter zugenommen und immer mehr Künstler waren in der Stadt zu sehen. Insbesondere im UK House konnten wir am letzten Abend noch einige spannende Music-Acts erleben
Metaverse, Web3, AI
Die allermeisten Vorträge, Diskussionen und Vorstellungen drehten sich um künstliche Intelligenz, das bzw. die Metaversen und das dezentrale Web3. Vor allem die Frage danach, was denn eigentlich „dieses Metaverse“ ist und wo wir es finden, trieb viele Köpfe an. Dass es nicht „das Metaverse“ gibt, ist klar. Aber wo ziehen wir denn wirklich die Grenze? Ab wann befindet man sich in dem, was wir als Metaverse zu verstehen glauben? Oder sind wir eigentlich mittendrin? Sind wir nicht mit all unseren Devices, digitalen Identitäten schon mittendrin? Ziemlich sicher ist, dass gerade Gaming und Entertainment bereits so „meta“ sind, dass die Grenzen hier gänzlich verschwimmen. Ein toller Bereich auch für Marken, um die Menschen dort zu erwischen, wo sie sich wohlfühlen, wo sie sich spielerisch verbinden, wo sie ihre Zeit genießen. Wichtig: das Markenerlebnis muss sich dem Umfeld unterordnen und nicht andersherum. Das bedeutet, dass Marken nur in authentischen Umfeldern stattfinden sollten, damit die Glaubwürdigkeits-Schere nicht zu weit aufgemacht werden muss.
Metaverse, Web3, AI
Unsere Keyfindings:
- Das Metaverse (wie viele andere Technologien auch) wird derzeit kurzfristig überschätzt und langfristig unterschätzt. Sprich: Im Moment wird der Begriff (ohne echte Klarheit darüber) unverhältnismäßig stark penetriert, aber die langfristige Relevanz und der Impact noch nicht gesehen. Hier braucht es kluge Köpfe, um die Möglichkeiten früh auszuprobieren und eben auch Marken hier sauber zu positionieren und zu schützen.
- Das Metaverse ist vermutlich die Zukunft des Internets wie wir es heute kennen und wird dafür sorgen, dass unsere Experience deutlich immersiver sein wird. Es wird kein „ich gehe jetzt ins Metaverse“ sein. Wir werden in der realen Welt als wir unterwegs sein und parallel dazu in einem Metaversum als digitaler Avatar.
- Es gibt nicht das eine Metaversum, sondern Metaverse ist, was wir daraus machen. In jedem digitalen Raum können wir uns in einem Metaversum befinden und eines daraus machen. Zentralistische Ansätze gelten hier nicht. Zumindest noch nicht. Es wird spannend, was wir daraus machen und ob wir die Technologie gewinnbringend und vor allem so einsetzen, dass alle davon partizipieren können.
- Markenwert und Branding werden zum messbaren Asset und vermeintlich messbare Kommunikation und Aktivierung werden stark überschätzt. In einer von technischen Hürden geplagten Session der Effectiveness-Koryphäe Les Binet hat er darauf hingewiesen, dass das was wir heute messen oftmals einen starken Bias hat. In einer Studie gemeinsam mit Meta hat er nun endlich auch messbar gezeigt, was wir seit Jahrzehnten predigen: dass Brand-Building langfristig deutlich mehr Effekt hat, als kurzfristige Kampagnen. Den größten Effekt haben natürlich beide Disziplinen gemeinsam.
- Die Hauptstadt der Live-Musik ist in den letzten Jahren sehr stark gewachsen. Flächen, die noch vor wenigen Jahren Location für kleine Foodcourts und Startups waren, mussten großen Hotelkomplexen weichen.
- Austausch mit Menschen aus der ganzen Welt klappt immer noch am besten in Person (oder bald auch via Hologramm). Es war echt toll, sich mit verschiedenen Perspektiven auseinanderzusetzen und zu erleben. Und natürlich hat es uns auch gefreut, sich mit den Freunden von BrandTrust, SWISS KRONO und Stabilo zu treffen!