Trends erken­nen, Kon­sum­ver­hal­ten ver­ste­hen

Was Konsum in Zeiten der Rezes­si­on wirk­lich bedeu­tet – und wie Marken darauf reagie­ren soll­ten.

Lese­dau­er 3 min.

In wirt­schaft­lich unsi­che­ren Zeiten ver­schiebt sich die gesam­te Bedeu­tung von Konsum. Deutschland befin­det sich im drit­ten Jahr wirt­schaft­li­cher Zurück­hal­tung nach der Pan­de­mie: Deut­sche Ver­brau­cher planen 2025, ihre Auf­ga­ben für nicht-not­wen­di­ge Anschaf­fun­gen weiter zu redu­zie­ren.

Die neue Rea­li­tät: Konsum zwi­schen Not­wen­dig­keit und Ver­zicht

Konsum ist längst nicht mehr gleich­be­deu­tend mit spon­ta­nen Kauf­ent­schei­dun­gen. Statt­des­sen wird jede Aus­ga­be bewusst abge­wo­gen, prio­ri­siert und häufig auf­ge­scho­ben. Ver­brau­cher planen bereits im drit­ten Jahr in Folge, ihre Aus­ga­ben in Berei­chen wie Gas­tro­no­mie, Unter­hal­tung und Non-Food weiter zu redu­zie­ren. Die Spar­nei­gung hat Höchst­stän­de erreicht – Sicherheit geht vor Konsum.

Beson­ders inter­es­sant: Es gibt signi­fi­kan­te Unter­schie­de zwi­schen den Gene­ra­tio­nen. Wäh­rend die unter 34-Jäh­ri­gen in den meis­ten Kate­go­rien gleich viel oder sogar leicht mehr aus­ge­ben wollen, plant die Alters­grup­pe 34+ grund­sätz­lich weni­ger Aus­ga­ben. Jün­ge­re Kon­su­men­ten prio­ri­sie­ren dabei beson­ders Erleb­nis­se wie Reisen – ein Indi­ka­tor für ver­än­der­te Wer­te­sys­te­me in Kri­sen­zei­ten.

Was das für Marken bedeu­tet: Vom Pro­dukt­ver­kauf zur Wer­te­ge­mein­schaft

In Rezes­si­ons­zei­ten werden Marken auf ihre Sub­stanz geprüft. Es reicht nicht mehr, einfach nur prä­sent zu sein – Marken müssen rele­vant werden.

Vier zen­tra­le Strategien für erfolg­rei­che Mar­ken­füh­rung in der Rezes­si­on:

1. Men­ta­le Ver­füg­bar­keit statt über­la­de­ner Bot­schaf­ten
In Zeiten knap­per Bud­gets gewinnt die Marke, die im ent­schei­den­den Moment prä­sent ist – nicht die mit dem größ­ten Wer­be­bud­get. Marken setzen zuneh­mend darauf, durch emo­tio­na­le und auf­fal­len­de Kommunikation eine stän­di­ge Prä­senz sicher­zu­stel­len.

2. Authen­ti­zi­tät als neue Wäh­rung
94 Pro­zent der Ver­brau­cher blei­ben einer Marke treu, die volle Trans­pa­renz bietet. In der Krise wird beson­ders deut­lich, welche Marken nur Lip­pen­be­kennt­nis­se abge­ben und welche wirk­lich für etwas stehen.

3. Per­for­mance meets Brand – das Ende der Silos
Per­for­mance ohne Brand funk­tio­niert nicht und umge­kehrt – beide müssen Hand in Hand agie­ren. Wer län­ge­re Zeit zu viel in Per­for­mance Mar­ke­ting inves­tiert, erreicht zwar kurz­fris­tig gute Effek­te, aber lang­fris­tig leiden die Mar­ken­wer­te dar­un­ter.

4. KI-gestütz­te Per­so­na­li­sie­rung mit mensch­li­chem Touch
22 Pro­zent der deut­schen Ver­brau­cher nutzen bereits ChatGPT bei ihren Ein­käu­fen, wei­te­re 25 Pro­zent zeigen sich dafür offen. Marken müssen ihre digi­ta­le Infra­struk­tur ent­spre­chend aus­rich­ten, ohne dabei den mensch­li­chen Kern der Marke zu ver­lie­ren.

Kiki Wöhl beim präsentieren

Die Chance in der Krise

Rezes­sio­nen sind Phasen der Neu­ori­en­tie­rung – für Kon­su­men­ten wie für Marken. Konsum bedeu­tet in der Rezes­si­on nicht weni­ger Bedeu­tung für Marken – son­dern eine andere. Es geht nicht mehr primär um das „Was“ (Pro­dukt), son­dern um das „Warum“ (Pur­po­se) und das „Wie“ (Werte, Authen­ti­zi­tät, Ver­trau­en).

Die ent­schei­den­de Frage lautet nicht: „Wir ver­kau­fe ich in der Rezes­si­on?“, son­dern: „Wofür steht meine Marke, wenn es darauf ankommt?“

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Ein Mann mit dunklen Haaren und einem Bart, der ein weißes Hemd und eine dunkle Jacke trägt, lächelt vor einem blaugrünen Hintergrund. Das Foto ist in einem kreisförmigen Rahmen ausgeschnitten.

Maximilian Kratzer

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